Hegi Piper IMG 6747a klein

Tschüß Piper, hallo Piper!

 

 

 

 

 

Nein nein, ich bin nicht traurig. Schließlich habe ich mich ja schon dazu entschlossen, dieses Modell noch einmal aufzulegen, nachdem die kleine „große“ HEGI-Piper vor etwas mehr als einem Jahr nach einem Motoraussetzer und zu kurzer Landeeinteilung im Knick vor dem Flugplatz hing, an den Flügeln aufgespießt von humorlosen Büschen, die wohl entschieden hatten „die kommt hier nicht durch“, und gnadenlos ihr Werk an dieser wehrlosen, alten Dame vollbrachten. An meiner alten HEGI-Piper, die schon „durch“ war, als ich sie 1982 als Schüler aus 3. oder 4. Hand für 15,- DM in ziemlich erbärmlichem Zustand erwarb.

Hegi Piper 2020 1a 800

Eigentlich wollte ich dieses verbrauchte Teil gar nicht haben, nur ihre Größe imponierte mir. 1,80 m Spannweite! Sie muss damals sicher schon über 10 Jahre alt gewesen sein; ölgetränktes Holz im Motorbereich, Löcher in der Papierbespannung usw. bezeugten viele Stunden auf dem Flugplatz und vielleicht auch in der Luft.

Hegi Piper 1984a 773

Eilig hatte ich es dann nicht, das Modell wieder aufzuarbeiten, und liebäugelte zwischendurch auch mit dem Weiterverkauf, vielleicht für 25,- DM, muss sich ja lohnen!

Hegi Piper 1995a 800

Schließlich habe ich sie doch wieder flugtüchtig gemacht, vor und nach dem Abi und während meiner Bundeswehrzeit. Irgendwann war dann doch der nächste „Erstflug“ angesagt, mit einem OS MAX 40 FSR.  Gar nicht irgendwann, sondern am 13.08.1984. Ich führte damals ein Modellflug-Tagebuch, und der Eintrag zu dem Erstflug dokumentiert ein schönes Flugbild, aber auch ein „komisches“ Flugverhalten. Trotzdem füllte ich bereits ab dem 3. Flug den Abwurfschacht, erst mit einem Fallschirm, und noch am selben Tag mit einer „Wasserbombe“, so einem kleinen, wassergefüllten Luftballon, der beim Aufprall tellergroße graslose Flecken auf dem Flugplatz produziert. Nachdem ich die vorhandene EWD von unglaublichen 5° auf 1,8° reduzierte, flog sie ein bisschen besser.

Hegi Piper 2000 320

Eines aber konnte sie aufgrund einer verzogenen Tragfläche bis zum Schluss nicht: einfach geradeaus fliegen. Unberechenbar flog sie mal nach rechts und mal nach links, und kamen noch Böen dazu, legte ich nach der Landung oft schweißgebadet den Sender zur Seite, um das im Kopfstand auf mich wartende Modell von der Landebahn zu holen.

Die Aufrüstung mit einem ebenso alten Super Tigre G 60 Blue Head brachte mehr Kraft, die vor allem für das Schleppen gebraucht wurde. Das tat ich aber nicht gerne mit ihr, denn mit einem Segler „am Haken“ flog sie noch unberechenbarer als sonst. Als Krönung gelang trotzdem der Schlepp einer 4-m-SB10 mit 5 kg Fluggewicht, und ich konnte einmal in den 90ern meinen eigenen WIK-Kestrel schleppen, den ein Vereinskamerad steuerte.

 

 

Nun also, nach 38 gemeinsamen Jahren, vollziehe ich den „Rückbau“ des ehemaligen „Großmodells“. Die Servos sind entnommen (das Gas-Servo, ein robbe S 12, arbeitet dort tatsächlich seit 1984), der Motor ist ausgebaut, und der ölige Tank liegt im Mülleimer. Für den Nachbau ohne Bauplan musste ich an einem der Flügel auch an den versteckten Bauteilen die Maße abnehmen und dafür einiges freilegen und aufschneiden. Dabei entfernte ich tatsächlich noch große Teile der Papierbespannung, welche die Vorbesitzer in den 70er oder frühen 80er Jahren aufgebracht hatten. Den Rumpf habe ich mehrmals renoviert und geändert, die Flügel nur einmal ein wenig. Unglaublich, wie lange so etwas hält.

Hegi Piper 2005 1 800

 

Ich freue mich auf eine neue alte HEGI-Piper; die Flügel sind im Rohbau bereits fertig, und dank einer Kopie des originalen Bauplans und der originalen Bauanleitung kann ich den Rest nun nachbauen, ohne die alte Substanz zu zerschneiden. Sie wird leichter werden als die x-mal reparierte Vorgängerin und dank Elektroantrieb endlich dauerhaft frei von Öl bleiben. Mal schauen, wie alt sie wird.

Hegi Piper IMG 6756a 800

Vielleicht fliegt sie sogar geradeaus!

Frank Mehling im Mai 2020

 Hegi Piper IMG 6747a 450

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