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Die Bölkow Bo 208 Junior - ein Gemeinschaftsprojekt (von Lothar) 

  

 

 

 

Ein Gemeinschaftsprojekt geht langsam zu Ende!                                                                                 

Bölkow Bo 208 Junior von Lothar Wendt.

Wer nicht so gut lesen kann: am Ende dieses tollen Beitrags findet man einen Link auf eine Foto-Serie mit vielen tollen Bildern vom Baufortschritt der Bo 208.

Unser Vereinskamerad Manfred Rathke hat oft auf dem Modellflugplatz liebevoll von seiner Bölkow gesprochen. Manfred Rathke war nicht nur begeisterter Modellflieger, sondern war auch Besitzer einer Privatpilotenlizenz und flog lange ein Bölkow Bo 208.

Leider verstarb unser Manfred sehr früh und so entstand die Idee, dieses - sein Flugzeug - nachzubauen.

Zusammen ein Modellflugzeug zu entwickeln, mit verschiedenen Menschen ein Ziel zu erreichen und mit unterschiedlichen Fähigkeiten das Projekt zum Ende zu bringen, war eine großartige Erfahrung. Wir haben viel voneinander gelernt.

Am Projekt „Junior“ war beteiligt:

  • mein Bruder Siegfried, zuständig für Höhenruder, Kabinenhaube und Hauptfahrwerk.
  • Jan Hartung konstruierte die Tragflächen und hat alle Rippen und eine Helling zum Bau der Tragflächen gefräst.
  • John Sicks hat unterstützt, wo es nur ging. Er hat das Bugfahrwerk gebaut. In seinem Keller haben wir zwei Rümpfe erstellt.
  • Ich (Lothar) war zuständig für die Urmodelle und Formen.

Für die Bölkow entstanden Formen für den Rumpf, für die Motorhaube, Kabinenhauben-Rahmen, Radpuschen und Randbögen. Ein Seitenruder haben wir im Wabenbauweise erstellt. Für mein Modell entstand zusätzlich noch ein Motordom für meinen ZG 62 auf HMS TC. Jeder der Projektteilnehmer baut einen anderen Motor ein.

Zunächst zum Original, hier eine Zeichnung:

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Die Entwicklung der Bölkow BO 208 Junior geht auf das Amateurbauflugzeug BA-7 von Björn Andreasson zurück. Dieser entwarf neben seiner Tätigkeit bei Convair in San Diego die in Ganzmetallbauweise hergestellte und als Schulterdecker mit drei Grad nach vorne gepfeilte Tragflächen ausgelegte BA-7. Die Spannweite betrug 7,15m. Angetrieben wurde die BA-7 (N2806D) von einem 75 PS starken Continental A-75-Motor.

 

Der Erstflug fand am 10.Oktober 1958 statt. Der Zeitaufwand für den Bau betrug ca. 1500 Arbeitsstunden. Die Experimental- Zulassung durch die FAA erfolgte nach 50 Flugstunden 1960 kehrte Björn Andreasson nach Schweden zurück, wo er bei Malmö Flygindustrie (MFI) die Stelle des Chefkonstrukteurs übernahm. 

 

Seine BA-7 brachte er mit und überarbeitete die Konstruktion für die Serienfertigung, für die ein 100 PS (74KW) Continental-Motor vorgesehen wurde. Anfang 1961 begann man bei MFI mit dem Bau von drei Vorserienflugzeugen unter der Bezeichnung MFI-9. Das erste dieser Flugzeuge, die SE-CPF, stellte Bölkow auf dem Aerosalon in Paris-Le Bourget der Öffentlichkeit vor. Erstflug war der 9. August 1962.

 

  

 

 

Ich hatte nach ausführlichem Studium der Pläne und 3-Seiten-Ansichten die Aufgabe übernommen, zunächst ein Urmodell zu erstellen. Über die Mühe und den Aufwand möchte ich hier nicht berichten. Auch ist es sicherlich nicht sinnvoll, verschiedene Modellbautechniken vorzustellen. Die wenigen Bilder sprechen für sich.

Wir haben uns für den Maßstab 1:2,8 entschieden. Es ging an die Arbeit. Da das Flugzeug keine aufwändigen Flügelanformungen hat, konnte Jan bereits früh die Flügel konstruieren. Er hat alles bis ins kleinste Detail geplant und gefräst. Als besonderen Service baute Jan eine Helling. Die war geeignet, alle Teile des Flügels einzustecken und den Flügel mit Pfeilung nach vorn, verzugsfrei aufzubauen.

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Es war wie „Weihnachten“ als Jan vor der Tür stand und eine große Kiste mit Rippen überreichte. „Ich habe Dir noch ein paar Ersatzrippen beigefügt!!!“ Es fehlte nichts. Anlenkungsmaterialien, Ruderscharniere und sogar Halter für die Servos waren gefräst. Dann ging die Helling nach Paderborn und anschließend nach Hasloh. Jeder von uns konnte von Jans Arbeit profitieren.

Nachdem ich auch die Formen für die Kabinenhaube erstellt hatte, konnte mein Bruder Kabinenhauben ziehen.

Er baute dazu einen Heizofen und konnte dann über die Form nach unzähligen Versuchen vernünftige Kabinenhauben liefern. Er hat mit verschiedenen Temperaturen und Materialien experimentiert, nachdem er die Form noch einmal überarbeitet hat. Das Höhenleitwerk war zu dem Zeitpunkt schon fertig.

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Ganz zum Schluss hat John das Fahrwerk gebaut. Dazu war unser Mitglied Thomas Münster sehr hilfsbereit. Drehen, Fräsen, das volle Programm. Das Fahrwerk funktioniert prima. In Johns Keller haben wir zwei Rümpfe laminiert. Das hat großartig funktioniert, John hat immer zeitgerecht Laminat zugeschnitten und Harz angemischt.

Einmal mussten wir das Laminieren unterbrechen. Ein Sensor an der Heizung erkannte den „Geruch“ nicht und hat alarmiert. Deshalb unser Rat an Euch „Immer den Keller bei solchen Arbeiten gut lüften“!

So ging der Rumpf Bau schnell voran und Jan und John konnten auch ihre Rümpfe in Empfang nehmen.

Inzwischen ist das Modell/Modelle weit fortgeschritten. Bei der großen Kabinenhaube darf ein Innenausbau nicht fehlen. Auch hier waren wir schon fleißig. Der Erstflug eines der Modelle soll demnächst erfolgen, noch ohne Lackierung. Darüber werden wir berichten.

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Danke an John, Jan und Siggi! …..und natürlich Thomas Münster an der Drehbank!

Ein besonderer Dank gilt unseren Frauen! Das muss „Man“/“Frau“ erst einmal aushalten! Danke!

Viel Spaß beim Lesen und betrachten der Fotos!

Holm- und Rippenbruch!

Lothar Wendt

Hier geht es zur Foto-Serie der Bo 208. 

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