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Der Modellflieger  (von Jürgen)

 

 

 

 

Der Modellflieger

Anleitung zur Aufzucht, Hege und Pflege einer seltenen Art, innerhalb einer menschlichen Familie.

Der Modellflieger ist weltweit freilebend anzutreffen. In Deutschland reicht sein Verbreitungsgebiet von der Nordseeküste bis in die Alpen, was auch seine unterschiedliche Lebensweise erklärt.

So trifft man vor allem in den Alpen, in den Mittelgebirgen, aber auch an den Küsten oft auf jene Modellflieger die den Hangflug betreiben.

Im Flachland war Jahrzehntelang eine Unterart stark vertreten, die es lange Zeit hauptsächlich mit Gummi machte.

Einige brauchen den Duft von Methanol und Rizinusöl um zu überleben, andere setzen auf die Kraft von Lithium, sowie den Beistand der Herren Watt, Volt und Ampere.

Die Stärke der Deutschen Population liegt bei geschätzt 110.000 Individuen, die fast nur aus Männchen besteht.

Die Weibchen treten nur selten in Erscheinung, sie lieben es häuslicher, verlassen ihren Bau selten und kümmern sich oftmals fast allein um die Aufzucht der Jungen.

Sie kommen nur vereinzelt mit an jene Plätze, an denen die Männchen ihrem Vergnügen nachgehen.

Trotzdem gelingt es glücklicherweise immer wieder, aus dem gemeinsamen Nachwuchs neue und fähige Modellflieger hervorzubringen.

In seinem Bau trifft man den Modellflieger sehr häufig an seinem Lieblingsplatz, in der Werkstatt, also Keller, Dachboden, Bastelraum, ect. an, wo diese possierlichen Kerlchen mit Hingabe an ihren Modellen arbeiten.

Dieser nur für ihn so wichtige Platz wird selten mit anderen Mitgliedern der Familie geteilt.

Hier kann der Modellflieger stundenlang an seinem nächsten Modell werkeln und dabei Zeit und Raum um sich herum nahezu völlig vergessen. 

Zu Zeiten der Corona Krise ist für Modellflieger eine Art Käfighaltung angeordnet worden. Die bekommt den putzigen Kerlchen allerdings überhaupt nicht. Erst nachdem sie wieder ungestört und mit Rudelbildung in der freien Natur unterwegs sein konnten, lebten sie endlich langsam wieder auf.

Eine recht ansehnliche Population dieser geselligen und harmlosen, gelegentlich aber auch ein wenig einzelgängerisch lebenden Art, kann man seit vielen Jahren nördlich von Hamburg, in Borstel-Hohenraden antreffen.

Die artgerechte Haltung dieser Spezies ist eigentlich gar nicht so schwierig. Man hält sie am besten einzeln und sorgt dafür, dass sie stets reichlich Freizeit haben, die sie dann in ihrer Werkstatt oder auf dem Modellflugplatz verbringen.

Die Fütterung ist einfach! Der Modellflieger stellt meistens keine allzu hohen Ansprüche. Jede auch für normale Menschen geeignete Nahrung wird meist bereitwillig und gern angenommen.

Bei der Tränkung gibt es zu Anfang allerdings häufig kleine Probleme. Einige Modellflieger brauchen Bier um zu überleben und haben selbiges kistenweise sowohl in der Werkstatt, oder deren Nebenraum, als auch im Auto stets in erreichbarer Nähe.

Wieder andere bevorzugen Kaffee oder Tee, Limonaden oder Fruchtsäfte. Es soll sogar vereinzelt Individuen geben, die mit Wasser zufrieden sind.

Stellt man diese Getränke wohltemperiert und in ausreichender Menge, eventuell sogar noch im Bastelraum bereit, kann man sich der Zuneigung dieser Art sicher sein.

Es soll sogar Fälle geben, in denen diese niedlichen Kerlchen nachts das Bett mit Ihnen teilen. Vorausgesetzt sie haben über ihr neues Projekt nicht ganz und gar die Zeit vergessen.

Um sich der völligen Hingabe des Modellfliegers an seinen Menschen zu versichern, braucht man nur gelegentlich die Rechnung des Versandhandels stillschweigend zu begleichen. Oder ihm den schon lange und sehnlichst erwünschten Bauplan zu bestellen. Das führt oft zu einer Anhänglichkeit die ihresgleichen sucht.

Dies bringt uns zu dem wohl einzigen Wermutstropfen bei der Haltung eines Modellfliegers in der menschlichen Familie. Das liebe Geld!

Jeder Modellflieger braucht logischerweise Flugmodelle. Nun glauben sie bitte nicht, dass ein einziges ausreicht. Nein! Eines für wenig Wind und eines für viel Wind sind die Mindestausstattung! Darüber hinaus dürfen es gern noch eines mit Elektroantrieb, ein Oldtimer, ein Hochleistungssegler, sowie ein Modell zum Angeben sein.

Den knappen Platz in der Werkstatt teilt er sich liebend gern mit einem Modell das noch keiner hat, einem das nie fertig wird, und einem das man schon immer mal bauen wollte.

Drücken sie trotzdem beide Augen zu und vergessen sie bitte nicht, dass auch Ihr Modellflieger fast immer in Ihrer Nähe ist, (Werkstatt) und, wenn er einmal weg ist, außer dem Flugplatz nur selten eine Kneipe aufsucht (Vereinsversammlung).

Andere Männer sind da viel hemmungsloser.

© 2021 Ute und Jürgen Krüger

 

 

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