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Ich mach das mal eben schnell… 2. Versuch (von Fabian)

 

 

 

 

Hallo liebe FTGler,

wie ich bereits in meinem vorangegangenen Artikel beschrieben habe, bin ich stetig auf der Suche nach einem Modell, dass man möglicherweise in der Jugendgruppe einsetzen kann.

Für ein Erstmodell sind in meinen Augen Typen wie beispielsweise der Lilienthal 40 unschlagbar. Ich habe selbst einen gebaut und was soll ich sagen… tolle Konstruktion, tolles Bauschema und für den Preis kann man es niemals selber machen :)

Aber was kommt danach? Querruder sollten schon man dran sein, ein Motor wäre auch was tolles.

Vor geraumer Zeit erschien in der FMT ein Bauplan mit dem vielversprechenden Namen Thermikhobel (Segler oder E-Segler mit 1,9m SPW). Ich hatte bereits den Bauplan CAD neu gemastered und die Konstruktion nach meinen Vorstellungen angepasst. Auf dieser Basis sind bereits drei Bausätze entstanden und gebaut worden.

Da leider noch kein ausreichendes Feedback zum Aufbau und zum Flugverhalten vorlag, wurde wieder der Entschluss gefasst: Ich mach das mal eben schnell!

Als erstes habe ich ein wenig Balsa, Pappel- und Birkensperrholz unter die Fräse gelegt und nach erfreulichen 45 kurzen Minuten war ein vollständiger Bausatz mit allen Teilen fertig.

Begonnen habe ich, wie immer, mit den Leitwerken. Anhand der Frästeile kann man das ohne Plan auf einem Stück Folie verleimen und das Fachwerk einbringen. Das war einfach und in 1,5h erledigt.

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Als nächstes kommt der Rumpf an die Reihe. Nach Vorbereitung der Seitenteile und der Spanten werden diese einfach zusammengesetzt und verleimt. Taschen in den Seitenteilen legen die Positionen der Spanten eindeutig fest. Ein Strich auf dem Baubrett und Mittenmarkierungen an den Spanten verhindern einen Bananenrumpf.

Der Rumpfboden und der Rumpfdeckel wird mit ein paar Frästeilen und den Resten aus 4mm Balsa aufgebracht.

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Zapp, fertig ist der Rumpf. Es folgt eine heiden Schleiferei um aus dem Viereckigen Rumpf eine schöne runde Form zu erstellen. Bei der Nummer habe ich locker 20% des Rumpfgewichts weggeschliffen. Kann man machen, muss aber nicht unbedingt sein.

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Die Flächen werden in Rohrholmbauweise aufgebaut. Damit das wirklich gut funktioniert, habe ich eine Helling gebaut, auf der beide Flügen aufgebaut werden. Hier fädelt man lediglich die Rippen auf dem angeschliffenen Holm auf, setzt die Teile in die Aussparungen der Helling und fixiert diese mit !wenig! Sekundenkleber. Nachkleben kann man später, wenn der Flügel von der Helling runter ist, immer noch.

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Zusammen mit dem Steckungsrohr wird auch die Wurzelrille mit einer 2. Helling am Flügel verklebt. Es folgen Nasenleiste (ebenfalls ein CFK Rohr), vordere Flächenhalterung, mittlere Beplankung, Klappensteg, Endleiste und Steuerflächen.

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Nach dem einkleben der Flächenservos kann bereits das Bügeleisen angewärmt werden… es ist Zeit für ein wenig Folie und die Einstellarbeiten.

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Leider habe ich aktuell nicht sehr viel Zeit zum Bauen aber nach zweieinhalb Monaten war ich bereit zum Erstflug.

Flugtechnisch ist der Hobel vollkommen unkritisch und durch das geringe Gewicht von 790g sehr langsam unterwegs.

Mein Fazit:

Meine Suche nach einem einfachen Modell für Gemeinschaftsprojekte ist am Ende, einfacher kann man einen kleinen Segler kaum noch aufbauen.

  • Die Fräsarbeit geht schnell von der Hand und verbraucht lediglich 4 Balsabretter und ein wenig Pappel- und Flugzeugsperrholz. Materialkosten sind für den Frässatz sehr niedrig. Mit den weiteren Baumaterial liegen die Kosten bei ca. 60€ für den Rohbau.
  • Der Rumpf ist schnell gebaut, hier kann eigentlich nix schief gehen.
  • Die Flügel mit der Rohrholmbauweise lassen sich ebenfalls sehr schnell bauen. Solange man bei der Fixierung mit Sekundenkleber den Flügel nicht an der Helling festklebt ist lediglich die Beplankung des Mittelstücks und das Verschleifen des Klappenstegs ein wenig kniffeliger.
  • Der Flieger stellt an die Komponenten keinen großen Anspruch. Ohne Empfänger kommt man mit ca. 80€ für Akku, kompletten Antriebsstrang und 6 Servos hin.
  • Der Schwerpunkt ist easy ohne Bleizugabe erreichbar. Auch als reine Seglerversion ist die Nase lang genug.
  • Die Flugeigenschaften sind unkritisch:
    • Das Modell wird nicht ausgesprochen schnell, ist aber trotzdem sehr wendig.
    • Die Vier-Klappenfläche ist eine gute Hilfe zum Landen. Auf die Wölbklappen kann aber auch verzichtet werden und hochgestellte QR als Landehilfe nutzen.
    • Die Sinkrate ist für ein so kleines Modell sehr gut, ich freue mich auf die ersten Thermikflüge
  • Wo Licht ist, ist immer auch ein wenig Schatten:
    • Für ein Jugendbauprojekt ist der Einsatz von Sekundenkleber in meinen Augen ungeeignet. Hier bedarf es unbedingt Begleitung.
    • Die Kohlerohre für den Hauptholm und Nasenleiste nehmen einen großen Teil der Rohbaukosten ein: 25€
    • Die Bauzeit wurde im FMT Artikel mit 20h für den Rohbau angegeben. Das finde ich sehr optimistisch und würde eher vom Doppelten ausgehen. In finde, man kann trotzdem noch von „mal ebene schnell“ sprechen.

Alles in allem hat mir der Aufbau einen Riesenspaß gemacht, einige Kleinigkeiten würde ich allerdings noch ändern. Das merkt man leider immer erst, wenn man selbst gebaut hat und geflogen ist:

  • Heckspant 45° schräg stellen, um mehr Platz für die HR Anlenkung zu schaffen.
  • QR Servos um 1-2 Rippenfelder nach innen verlagern, um die verfügbare Bauhöhe ein wenig zu vergrößern.
  • Servos im Rumpf 5mm tiefer setzen.
  • EWD liegt aktuell bei 1,6°. Da mein HR leicht tief getrimmt ist, würde ich diese bereits in der Rumpfkonstruktion ein wenig verkleinern.
  • Die Haube ist in der Konstruktion noch nicht vorgesehen. Hierzu würde ich noch 1-2 Frästeile und die Magnete ergänzen.

An alle: Bei Interesse bitte melden 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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