Daisy Red 01 icon

Fabian nagelt sich eine Ente aufs Baubrett (von Fabian) - Update vom 8.12.2021

 

 

 

 

Hallo zusammen,

obwohl der Bauplan steinalt ist, trifft man auch heute noch quasi auf jedem Flugplatz (auch bei uns) als einfaches Schleppflugzeug an... die Daisy Red. Sie ist schnell gebaut, auf dem Platz schnell aufgebaut, fliegt gut und ist zum Schleppen toll geeignet.

Ich habe meine vor ca. 10 Jahren gebraucht gekauft. Bereits beim Erstflug habe ich sie aufgrund eines altersschwachen QR Servos aus 50 m senkrecht in den Acker gesteckt. Der Motor steckte 20 cm tief im weichen Boden, die Fläche war abgerissen, das Fahrwerk krumm und das Heck hing nur noch an den Servokabeln...

Bei der Reparatur war schnell festzustellen, dass die Konstruktion äußerst robust ist, solide Zimmermanns-Arbeit eben... Nach vier Nachmittagen war alles repariert und neu bespannt.

Seit dem nehme ich sie immer wieder mit und schleppe problemlos mit dem zuverlässigen ZG38 Segler bis 8 kg.

Dieses Frühjahr habe ich ein neues Fahrwerk gebaut (das alte war mittlerweile sehr weich) und bei der weiteren Wartung kam der Gedanke, eine neue Ente her muss. Sie soll ein wenig größer (110% Modell und 115% Spannweite), mit einem vorhandenen ZG62 befeuert und dabei aber nicht schwerer werden. Wenn der Rumpfkasten meinen alter Ente einen Einschlag wie oben beschrieben unbeschadet überlebt, dann steckt da einfach zu viel Material drin. Ich möchte also größer und im Rohbau ca. 650 gr leichter bauen (400 gr schwerer Antrieb, 150 gr Querruder + Anlenkung, 50 gr schwerere Stromversorgung)... schauen wir mal, ob es klappt. 

Meine Konstruktion ist für die Vorbereitung auf einer Fräse vorgesehen, abgesehen davon soll die Maschine so einfach wie irgend möglich gehalten werden und schnell zu bauen sein.

 

Folgendes möchte ich zum Originalplan ändern:

- Modell 10% größer, 15% mehr Spannweite (230 cm) für Einzylinder mit 50-60 ccm, bei mir ein ZG62 

- große Landeklappen (meine alte segelt unglaublich gut und lässt sich auch mit hochgestellten Querrudern auf einem kleinen Platz nicht einfach landen)

- Schleppkupplung in der Fläche, aber deutlich weiter hinten, um das Nickmoment zu verringern

- Holmgurte unverändert 5x10 Kiefer, Hauptholm oben 5x13 mm um die größere Spannweite auszugleichen

- Rippen aus 3 mm Birke innen für Schleppkupplung und Rumpfauflage, 3 mm Pappel an LK und QR Servos, den Rest aus 2 mm Ceiba. Alle mit deutlichen Erleichterungen.

- Hauptholm mit Pappel ausgekastet und abgestuft erleichtert (also nicht 3 mm Balsa vorne und hinten)

- deutlich dünnere Nasenleiste

- Rumpfkasten aus Birke, deutlich erleichtert und abgestuft in 5, 4 und 3 mm Birke

- ansprechende Motorhaube

 

Folgendes will ich beibehalten:

- Die Form, es soll immer noch eine Daisy Red sein!

- Keine Steckung (Der wesentliche Vorteil von einteiliger Flächen ist ja, und jetzt Zettel raus zum Mitschreiben: Man muss nur einen Flügel bauen!)

- Leitwerksträger in Stäbchenbauweise und LW unverändert in 10mm Balsa

- Fahrwerk aus 4 mm Federstahl

- 2 mm Flächenbeplankung

- Tragflächenprofil ClarkY und EWD

Da unser Urlaub an der Nordsee wettertechnisch eher gemischt verlaufen ist, hatte ich viel Zeit zum Zeichnen. Nach zwei Wochen Regen, Sturm und wieder Regen war die Zeichnung fertig und eigentlich bereit zum Fräsen.

Mit meinem CAD Tool kann ich Fotos des ungebauten Modells erstellen. So soll sie also aussehen:

 

Daisy Red 01 total

  Daisy Red 02 top

 Daisy Red 03 unten

  Daisy Red 04 Sk

  Auch die Motorhaube habe ich im CAD gezeichnet und möchte entsprechend das Urmodell fräsen.

Daisy Red 05 haube

  Daisy Red 06 Teile

Nach der Flugsaison habe ich mit dem Bau begonnen… es ging los mit nervtötendem Fräsen der Flügelteile. Nicht wie vom Webmaster vermutet aus edlem Nussholz und heller Eiche, sondern aus Birke, Pappel und Ceiba.

Mit der Schleppkupplung habe ich danach begonnen. Wie Ihr sehen könnt, eine wirklich einfache Konstruktion aus Messing und Sperrholz.

  Daisy Red 11 Schleppku 1

 

Der Kupplungsblock sitzt in den beiden Mittelrippen, an die auch das Servo angeschraubt wird.

  Daisy Red 12 Schleppku 2

  Daisy Red 13 Flächenaufbau 1

 

Dann habe ich die Untere Nasenbeplankung zusammengeschäftet, den unteren Holmgurt aufgebracht und mit dem Mittelteil begonnen. Reichlich unspektakulär.

 Daisy Red 14 Flächenaufbau 2

 

Und weil das Rippenkleben eben eine verflucht langweilige Geschichte ist, habe ich einen Versuch gestartet, die Motorhaube umzusetzen.

Auf dem Dachboden habe ich alte Dämmplatten aus XPS gefunden und die gleich mal auf die Fräse gespannt. Scheibchenweise habe ich so das Urmodell aus dem Vollen gefräst, was auch erstaunlich schnell ging. Jede Scheibe war nach 5-6 Minuten fertig.

Diese wurden dann auf Stäbchen gefädelt übereinandergestapelt.

  Daisy Red 30 Motorhaube 1

Nach 20 Minuten Schleiferei war ich von dem Ergebnis begeistert. Genauso hatte ich mir das vorgestellt.

 Daisy Red 31 Motorhaube 2

 

Dieses Hochgefühl sollte allerdings nicht von langer Dauer sein. Nach dem Aufbringen von 2x 80 gr Matte war das schöne Urmodell schon nicht mehr so ansehnlich. Die dunkle Farbe entstand aus in das Harz eingerührten Pigmenten. So kann man prima beim Laminieren und Schleifen sehen, wie viel Material drauf ist.

Die Außenkontur war aber einigermaßen verhunzt!

Warum: Ich hatte nicht auf den 1. Vorsitzenden gehört und die Matte in deutlich zu kleinen Stücken zugeschnitten und laminiert. Köpergewebe lässt sich hervorragend um alle unmöglichen Formen legen und eigentlich hätte ich daher für die ganze Haube nur 2-3 Stücke pro Lage gebraucht. Weil ich aber nicht gehört und eher 8-10 Stücke verwendet habe, waren die Überlappungen deutlich spürbar und sichtbar und über die ganze Haube verteilt… Mist!

 Daisy Red 32 Motorhaube 4

Meine Resistenz gegen gute Ratschläge wurde also mit Schleifarbeit von mehreren Stunden bestraft, bis das Ergebnis so aussah:

 Daisy Red 33 Motorhaube 5

Es kam nun, was immer an dieser Stelle kommt. Spachteln, Schleifen, Füllern… mehrfach… in unterschiedlichsten Reihenfolgen… langanhaltend… und ausdauernd… mit zwischenzeitlichen Ermunterungen des 1. Vorsitzenden (war auch notwendig).

Am Ende (und hier waren sicherlich 3-4 Wochen vergangen) sah das Ergebnis des Rohmodells so aus:

 Daisy Red 34 Motorhaube 6

Ich war begeistert! Und das genau so lange, bis Frank mich fragte, ob dies eine Blumenvase sei. Grrrrr… ab in die Ecke damit, erstmal weiter Flügel bauen…

 

 

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