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Eine Midair Kollision und ihre Folgen (von Jürgen) - Update vom 27.6.2022

 

 

 

 

Viele haben ihn ja mitbekommen, unseren Zusammenstoß am 15. Mai über der Nordostecke unseres Platzes. Michael Strube und ich sahen uns zwar noch in letzter Sekunde und wichen beide schulmäßig nach rechts aus. Doch trotzdem, oder gerade deswegen, trafen sich beide Modelle.

Michaels Trainer hat dabei leider den Kürzeren gezogen. Bei seinem Modell brach der Rumpf kurz vor den Leitwerken komplett durch. Die Motorhaube löste sich in viele kleine Teile auf und der Motor, samt Propeller, trudelte ebenfalls nach unten.

Der C-Falke, mein wohl meistgeflogenes Modell der letzten Jahre, tauchte nach unten aus der Splitterwolke weg. Im Reflex erst einmal Motor aus! Dann die Störklappen ziehen, um die rasante Geschwindigkeit im Sturzflug abzubremsen. Aber erst mit vollem andauernden Höhenruderausschlag, konnte ich den C-Falken knapp über dem Boden in die Waagerechte zwingen. Die Landung verlief trotz der hohen Geschwindigkeit erst einmal scheinbar harmlos. Doch beim bergen des Modells war klar, das Fahrwerk hatte es böse erwischt. Aber auch die Motorhaube war fast zur Hälfte einfach weg. Genauso die gesamte Kabinenhaube mit Rahmen sowie die zwei Pilotenfiguren fehlten.

Zahlreiche freundliche Kameraden machten sich auf zur Suche und Bergung der vielen Trümmerteile. Und wir wurden fündig. Aber auch nur, weil die Wiese gerade erst gemäht, und damit übersichtlich war. Auch hatte unser Verpächter gerade einmal eine halbe Stunde vorher die Silage eingefahren. Ansonsten wäre es schwierig bis unmöglich gewesen die zahllosen Teile im kniehohen Gras überhaupt zu finden.  

Schnell war klar, dass die schlechte Höhenruderwirkung darauf zurückzuführen war, dass es das Steuerkreuz des einen Höhenruderservos beim Zusammenprall der Modelle zerstört hatte. Gut, dass wenigstens ein zweites Servo für die andere Höhenruderhälfte an Bord war. Im Stillen dankte ich den Konstrukteuren dafür, die Höhenruderhälften nicht fest verbunden, sondern für jede Hälfte ein eigenes Servo eingeplant zu haben. Auch das Steuerkreuz des Seitenruderservos hatte es auf gleiche letale Weise erwischt. Aber solange die Querruder noch funktionierten, war das beim Abfangen aus dem Sturzflug und ausrichten zur Landung unbemerkt geblieben.    

So, sah die Geschichte, nach einer Nacht darüber schlafen, dann aus. Neue Steuerkreuze sind bereits montiert aber Motor- und Kabinenhaube sind definitiv nicht mehr zu retten.

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Doch was ein echter Modellflieger und -bauer ist, der gibt so schnell nicht auf! Aus den geborgenen Teilen konnte beispielsweise der Haubenrahmen wieder zusammengepuzzelt werden. Hier zahlt sich die sehr sparsame Leimgabe der ostasiatischen Facharbeiter aus.

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Der vorne links eingedrückte Bugbereicht, wurde großräumig weggesägt und durch einen Vollbalsaklotz ersetzt. Der war dann auch schnell zugeformt und verspachtelt.

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Und durch zersägen der, zumindest rechtsseitig, noch einigermaßen vollständigen Motorhaube, ließen sich, per Papierschablone die notwendigen Spanten durch spiegeln generieren. Auch die Grundplatte ließ sich per abzeichnen an der Rumpfkontur und abmessen an den Trümmerteilen, recht einfach aus 3mm Pappelsperrholz neugestalten.

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Demnächst dann mehr. Und weil es keine Kabinenhaube als Ersatzteil gibt, muss ich auch dort dann irgendwie zaubern.

 

Update vom 21.6.2022 

Hier noch einmal besser zu erkennen, wie ich die Kontur der in Scheiben geschnittenen Teile der alten Motorhaube auf ein gefaltetes Stück Papier übertragen habe. Anschließend ausgeschnitten, aufgeklappt und auf Sperrholz geklebt, ließen sich so alle notwendigen weiteren 4 Spanten mühelos neu anfertigen. Danach wurden sie auf der Grundplatte exakt ausgerichtet zunächst stumpf aufgeleimt.

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In der Mitte verbindet dann ein Stringer die Spanten und hält sie auf korrektem Abstand. So konnte ich den Strak noch mittels einer elastischen Schleifleiste ein wenig überarbeiten. Gut zu sehen auch die beiden 5x10 mm Magnete. Sie werden jetzt, gemeinsam mit weiteren, in den Rumpf eingeklebten baugleichen Magneten, mit insgesamt gut 2 kg Haltekraft, zuverlässig dafür sorgen, die Motorhaube vorne fest auf dem Rumpf zu halten.

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Und auch das, von unserem Verpächter wiedergefundene Instrumentenbrett, wurde wiederverwendet. Auch wenn es in den Tagen und Nächten in der Feuchtigkeit der Wiese ein wenig gelitten hat, so ist doch der Gesamteindruck noch einigermaßen in Ordnung.

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Im November bekomme ich sogar eine neue Kabinenhaube, wenn Pichler den Baukasten wieder neu auflegt. Nur das Fahrwerk werde ich nur richten, da ist mir der Ersatz als Einzelteil zu teuer.

 

Update vom 27.6.2022

Als nächstes wurden die ersten beiden großen Beplankungsteile von der Mitte aus angepasst und aufgeleimt. Dazu musste allerdings das 1,5mm Balsa zunächst angefeuchtet werden. Mit zahlreichen Nadeln ließ sich das nun weiche und schmiegsame Holz gut aufleimen. Und mittels zahlreicher Messinggewichte und Parallelstücke stellte ich sicher, dass sich da, während der Trockenzeit des Weißleimes, an der ganzen Konstruktion nichts verzog

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Anschließend wurden viele schmale Basaholzstreifen geschnitten, angepasst und nach und nach fortlaufend auf die Spanten geleimt. Auch hier hilft anfeuchten der Oberseite sehr. Die Streifen wölben sich der Kontur entsprechend und das Holz wird geschmeidiger. Und natürlich braucht man dazu etliche Nadeln, um das Holz zu überreden, die Form anzunehmen und der Kontur zu folgen. Auch hier ist es wieder wichtig, das ganze Bauteil möglichst rechtwinklig, parallel und gerade zu halten. Denn wenn der Leim erst einmal getrocknet ist, gelingt nachträgliches richten nicht mehr.

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Nach dem durchtrocknen des Leims über Nacht, habe ich eine weitere Papierschablone vom Rest der alten Motorhaube abgenommen. Mit ihrer Hilfe war es einfach, das hintere Ende, oberhalb des Instrumentenbrettes anzuzeichnen. Darunter habe ich zur Verstärkung noch eine Schicht 0,6mm Sperrholz geleimt. Da haben dann später die Schräubchen der Kabinenhaube etwas mehr Halt, als nur im weichen Balsaholz.

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Anschließend wurden die vorn überstehenden Beplankungsteile bis auf den Spant zurückgeschliffen und davor die letzten Stücke aus Vollbalsa aufgeleimt. Das war auch bei der ursprünglichen Haube so gelöst worden und ging recht flott über die Bühne.

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Nachdem auch hier der Leim über Nacht gut durchgetrocknet war, ging es ans schnitzen, raspeln und schleifen. Und nach einer halben Stunde dieser angenehmen Arbeit, lachte mich eine wieder fast originale Motorhaube an. Nun geht es an die Reparatur der linken Tragfläche.

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Jürgen

 

 

 

 

 

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